Dingslebener Haus – erst lang herbei gesehnt, dann leider doch enttäuscht

Author: Schlegi  //  Category: Rezension/Bericht, Spelunkentour Ilmenau

 

   

Dingsleben – Das is doch ein Kuhdorf bei den Gleichbergen im hildburghäuser Unterland :) . Aber natürlich gibts dort auch eine überregional bekannte Brauerei, dessen Bier wir bereits im Bahnhof Bad verköstigen durften. Die Vorgeschichte zum Dingslebener Haus ist schnell erzählt: Bevor es letztes Jahr geschlossen hat, war es eine Spelunke sondersgleichen und zwar in rein positiver Art. Die Atmosphäre war urig, die Gästezahl gering, der Wirt gesellig, die Portionen riesig und die Preise günstig, all das wurde uns zugetragen. So freuten wir uns enorm, als wir von der geplanten Neueröffnung am 1. März erfuhren.

   

Diesmal mit festem Datum vor Augen mussten wir auch weniger spontan handeln und konnten genug Spelunkierern Bescheid geben. Am Tag der Wahrheit erkannte dann allerdings Agent Suse das Problem als Hinweis im Fenster: Die Neueröffnung musste aus technischen Gründen leider nach hinten verschoben werden. Wir landeten an dem Abend in der Milchbar und versuchten einfach zwei Wochen später erneut unser Glück.

Beim zweiten Versuch klappte auch alles einwandfrei, zur Sicherheit hatten wir sogar vorher einen Tisch reserviert. Dieser war auch nötig, wir waren diesmal sage und schreibe 18 Spelunkierer zeitgleich vor Ort, Rekord! Sogar Julian, ein Gast aus der schönen Schweiz :) , leistete uns einen Besuch ab. So war es auch kein Wunder, dass die nett fränkisch sprechende Bedienung leicht überfordert war mit unserem Einfall. Sie löste das allgemeine Durcheinander aber gekonnt mit der Vergabe von Nummern für jeden von uns.

Über die Getränke mussten wir auch nicht weiter grübeln – Dingslebener Pilsener natürlich, für Kenner auch gerne ein dunkles Lava ;) . Ein Blick in die Speisekarte verwunderte dann allerdings in Hinsicht auf die Vorgeschichte des Wirtshauses etwas. Die Gerichte waren sehr vielseitige Köstlichkeiten, aber auch die Preise hatten höheres Niveau als wir das bisher gewohnt waren. Was solls, wir bestellten munter drauf los und fast jeder hatte am Ende was anderes auf dem Teller zu liegen.

Die Palette reichte von Salat und Vorsuppe, über Nudeln, Knödel, Fisch und Steak bis hin zum süßen Dessert. Keiner kam dabei zu kurz weg, mal waren die Gerichte mehr, mal weniger gelungen wie das unterirdische Rumpsteak von Kenner Patrick beispielsweise. Der neue Besitzer, der uns zwei Monate zuvor mit abstrus großen, leckeren Portionen und Schnaps aus der Ungarischen Glocke rollen ließ (Bericht dazu folgt..), hat offenbar im Dingslebener Haus sein Geschäftskonzept geändert und scheint damit so kurz nach Neueröffnung noch nicht wirklich angekommen zu sein. Überragend fragwürdig war dagegen die musikalische Untermalung mit Volksmusik und Schlagern aus der Dose, die später nach der entsprechenden Biermenge dann doch noch zum stimmungsvollen Mitsingen einlud ;) .

Durch unsere große Spelunkengruppe kämpften wir auch ziemlich mit der Kommunikation an der langen Tafel, die dadurch leider nur recht eingeschränkt möglich war. Insgesamt gefiel uns die helle Atmosphäre und das Aufgeräumte einer schickeren Gaststätte nicht so gut, da fehlte leider etwas der abendlich gemütliche Charme. Zum Mittagessen mit Familie oder Geschäftspartnern sicher gut geeignet, für einen späten Umtrunk samt Verzehrmöglichkeit und damit für die Spelunkentour war das neue Dingslebener Haus allerdings eher weniger geeignet. Ein unbekanntes Zitat des Abends zum Ende: “Ich hab schon teurer gefeiert und das war schlechter”, lassen wir dies einfach mal so dahingestellt :) !

One Response to “Dingslebener Haus – erst lang herbei gesehnt, dann leider doch enttäuscht”

  1. Spelunkentour » Blog Archive » Zur alten Milchbar: Putensteak erinnert an Siedleranimation! Says:

    [...] Dingslebener Haus – erst lang ersehnt, dann doch enttäuscht [...]

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